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Als Pferdebesitzer wird jeder früher oder später mit Notfällen der unterschiedlichsten Art, zumeist mit Verletzungen konfrontiert.Die Ursachen sind meist in den speziellen Verhaltensweisen des Pferdes wie dem ausgeprägte Fluchtinstinkt, oder dem hierarchischen Dominanzsystem untereinander und in der Herde zu finden. Aber auch akute Koliken, Lahmheiten, oder auch Geburten können für den Besitzer zu Notfällen werden.

 

Was ist bei einem möglichen Notfall zu beachten ?

Blutende Verletzungen sind offensichtlich, Koliken, fieberhafte Krankheiten oder innere Verletzungen sind aber nicht immer leicht und sofort zu erkennen. Dazu ist es notwendig, das normale Verhalten seines Pferdes und die PTA-Normalwerte zu kennen.

PTA Normalwerte

  • Puls: 28 - 40
  • Temperatur: 37,5 - 38,0
  • Atmung: 10 - 14

Fohlen (bis 6 Monate)

  • Temperatur: 37,5 - 38,5

Diese Werte gelten nur im Ruihezustand, bei mittlerer Aussentemperatur und in gut ventilierten Räumen.

[Quelle: Klinische Propädeutik der inneren Krankheiten & Hautkrankheiten der Haus & Heimtiere; Autoren: Jaksch & Glawischnig ]

 

Wie kann man für den Ernstfall vorsorgen?

Um Panik im Falle des Falles zu vermeiden, sollte man sich grundsätzlich mit der Möglichkeit eines Notfalles auseinandersetzen, denn es passiert immer zum "falschen" Zeitpunkt. Deshalb sollten möglichst beim Telefon folgende Telefonnummern gut sichtbar angebracht sein:

  • Stalltierarzt
  • Tierärztenotdienst
  • Tierklinik in erreichbarer Entfernung
  • Helfer für Behandlungen
  • Transportmöglichkeit ("Wer hat ein Fahrzeug und wer fährt es?")
  • Transportbegleiter

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Ein Erste-Hilfe-Kasten für Pferde enthält :

  • Verbandmaterial in ausreichender Menge und Qualität
  • Desinfektionsmittel
  • Thermometer
  • Pinzette, gross und klein
  • Schere (scharf), rund und spitz
  • Gummihandschuhe
  • Wasserkübel
  • Schreibzeug
  • Taschenlampe (inkl. funktionierender Batterien)

Eine kleineres Erste-Hilfe-Set für den Transport, Bandagen, Transportgamaschen, Reservehalfter und -strick sind auch kein Luxus!

 

Was macht man im Falle des Falles als Erstversorgung ?

 

Als erstes gilt es Ruhe zu bewahren ! Die eigene Ruhe und Besonnenheit überträgt sich auf eventuell ebenfalls anwesende und weniger geschulte Personen, besonders aber auf das Pferd. Umgekehrt macht Hektik auch das ruhigste Tier zur potentiellen Gefahr für sich und seine Umgebung.

 

Bringen Sie das Pferd an einen sicheren Standort. Das erleichtert die Arbeit und schützt Pferd und Helfer vor weiteren Verletzungen.

 

Delegieren Sie Aufgaben, wie den Tierarzt rufen, das Pferd halten oder den Erste-Hilfe-Kasten holen. So kann man die Arbeit effektiver gestalten.

 

Eventuelle Beobachtungen dem Tierarzt telefonisch mitteilen. Dies hilft diesem den Ernst der Situation einigermaßen einzuschätzen zu können.

 

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Keine Medikamente verabreichen ! Meist hilft es nicht und führt nur zu Komplikationen. Sollte es dennoch bereits passiert sein, unbedingt den Tierarzt informieren.

 

Den Anweisungen des Tierarztes unbedingt Folge leisten, er übernimmt bei seinem Eintreffen die Verantwortung und ist auf Mithilfe, nicht auf Diagnosen und Therapievorschläge angewiesen.

 

Bei blutenden Wunden ist das Pferd zuerst vor weiteren Verletzungen durch Panikreaktionen zu schützen und in eine ruhige Umgebung zu bringen.

 

Wundinspektion NUR unter Mithilfe eines Zweiten, der das Tier verlässlich halten und beruhigen kann.

 

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Wundversorgung erst nach telefonischem Kontakt mit dem Tierarzt, der entsprechend den gemachten Beobachtungen Anweisungen geben kann.

 

Blutungen können durch einen sorgfältigen, sauberen, nicht abschnürenden Druckverband vorerst abgedeckt und häufig gestillt werden.

 

Desinfektionsmittel NICHT auf offene Wunden leeren. Reines, kaltes Wasser eignet sich bestens für eine erste Reinigung und Versorgung.

 

Einen Fremdkörper oder z.B.: einen eingetretenen Nagel im Huf nur dann entfernen, wenn die Gefahr besteht, dass er noch weiter eingetreten wird. In diesem Fall Einstich markieren und Tiefe und Richtung für die weitere Versorgung unbedingt beachten.

 

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Nach jeder Verletzung der äußeren Haut sollte eine Vorbeugeimpfung gegen Tetanus durchgeführt werden, auch wenn das Pferd früher eine Schutzimpfung erhalten hat.

 

 

 

AP Pferdepraxis - Andy PETRIC