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TETANUS | mehr info |
Grundimmunisierung Wiederholungsimpfungen
1. Impf. nach dem 3. bzw. ab dem 6. LM* in Abständen von 24 Monaten
2. Impf. 4 - 8 Wochen nach 1. Impf.  
3. Impf. 1 Jahr nach 2. Impf.  
 
TOLLWUT | mehr info |
Grundimmunisierung Wiederholungsimpfungen
1. Impf. nach dem 3. bzw. ab dem 6. LM* in Abständen von 12 Monaten
 
PFERDE INFLUENZA | mehr info |
Grundimmunisierung Wiederholungsimpfungen
1. Impf. nach dem 3. bzw. ab dem 6.LM* in Abständen von 6 Monaten
2. Impf. 4 - 8 Wochen nach 1. Impf. (bis max. 9 Monaten)
3. Impf. 6 Monate nach 2. Impf.  
 
EQUINE HERPES INFEKTION | mehr info |
Grundimmunisierung Wiederholungsimpfungen
1. Impf. nach dem 3. bzw. ab dem 6.LM* in Abständen von 6 Monaten
2. Impf. 4 - 8 Wochen nach 1. Impf.  
3. Impf. 6 Monate nach 2. Impf.  
   
* für Fohlen, deren Mütter zur Zeit der Trächtigkeit keine ordnungsgemäße Impfung erhalten haben, empfiehlt sich die Grundimmunisierung nach dem 3. Lebensmonat zu beginnen.

 


TETANUS = WUNDSTARRKRAMPF

Tetanus ist eine schnell verlaufende Erkrankung des Zentralennervensystems , die durch eine Vergiftung mit dem Tetanustoxin verursacht wird. Dabei dringen Tetanussporen über eine Wunde in den Organismus ein. Schließt sich die Läsion nach außen ab, so dass es zu sauerstoffarmen Verhältnissen kommt, keimen die Sporen aus und entwickeln sich zu Stäbchenbakterien, die anschließend das Toxin bilden.

Die Erreger sind weltweit verbreitet und häufig in versporter Form im Boden zu finden. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch einen Dauerkrampf der Muskulatur. Dabei entsteht z.B. die typische sägebockartige Stellung.

Beim Pferd verläuft die Erkrankung sehr häufig tödlich. Eine (in jedem Fall sehr kostenintensive) Behandlung hat in der Regel nur bei unvollständig entwickeltem Krankheitsbild Aussicht auf Erfolg. Deshalb ist eine vorbeugende Schutzimpfung zwingend notwendig [ siehe auch Impfschema ].
Bei neugeborenen Fohlen, die nicht ausreichend Erstmilch erhalten haben oder die von nicht geimpften Müttern stammen, ist eine passive Impfung mit Tetanus-Immunserum wichtig. Eine passive Schutzimpfung ist auch immer bei verletzten ungeimpften Pferden dringend geboten.

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TOLLWUT

Die gefürchtete Tollwut ist eine tödlich endende, virusbedingte Erkrankung des Zentralennervensystems. Sie kommt beim Menschen, theoretisch bei allen Säugetieren und bedingt auch bei Vögeln vor und wird mit dem infektiösen Speichel meistens durch Bißverletzungen übertragen. Die Zeit zwischen Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen = Inkubationszeit schwankt in der Regel zwischen 14 und 60 Tagen (in Ausnahmefällen sogar zwischen 1 Woche und weit über 6 Monaten). Der klassische Tollwutverlauf umfasst drei Stadien:

  • Die ½ bis 3 Tage dauernde Frühphase ist gekennzeichnet durch ein verändertes Verhalten wie z.B. Schreckhaftigkeit, Unruhe, Scheu, Zuckungen und Juckreiz.
  • Das anschließende Erregungsstadium wird mit gesteigerter Unruhe und Aggressivität wie z.B. Beißen und Schlagen beschrieben.
  • Zum Schluß führt das ca. 3 bis 4 Tage vor dem Tode eintretende Lähmungsstadium zu Schluckbeschwerden, Speichelfluß, Stimmveränderung, Nachhandlähme bis hin zum Festliegen.

Beim Pferd dominiert jedoch häufig die sog. stille Wut, bei der das 2. Stadium fehlt und das Krankheitsbild durch Lähmungserscheinungen beherrscht wird.

Die Tollwutprophylaxe [ siehe auch Impfschema ] erfolgt mit den heute gut verträglichen Impfstoffen. Die Impfung schützt nicht nur vor der Erkrankung des Pferdes, sondern mindert auch das Infektionsrisiko für den Menschen. Ist ein Pferd bereits an Tollwut erkrankt, so ist eine Impfung sowie Behandlung verboten.

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PFERDE INFLUENZA

Die Influenza, auch Pferde-Grippe genannt, ist eine schnell verlaufende und sehr stark ansteckende Erkrankung, wobei die Atemwege bevorzugt befallen werden. Bereits nach einer sehr kurzen Inkubationszeit von 18 Stunden bis 3 Tagen kommt es zu einer schlagartigen Ausprägung des Krankheitsbildes:

  • Auffällige Rötung der Schleimhäute mit sofort anschließendem wässrigen Nasen- und Augenausfluß, sowie kurzdauerndes hohes Fieber (bis über 40°C) fallen im Anfangsstadium auf.

  • Das Hauptstadium ist charakterisiert durch trockenen, lauten, kräftigen und schmerzhaften Husten. Oft zeigen erkrankte Pferde zu diesem Zeitpunkt eine leichte Gelbfärbung der Schleimhäute, Muskelschmerz, Ödeme in den Gliedmaßen und Abgeschlagenheit. Wird eine strikte Arbeitsruhe und Streßvermeidung eingehalten [ Faustregel: eine Woche pro Fiebertag ], tritt bereits in komplikationslosen Fällen nach ein bis drei Wochen die Genesung ein.

Sehr gefürchtet sind die Komplikationen der Influenza, wie bakterielle Superinfektionen, die zu Spätfolgen wie dauerhaften Lungenschädigungen und Herzmuskelerkrankungen nachsichziehen können. Eine regelmäßige Schutzimpfung [ siehe auch Impfschema ] gegen Pferde-Influenza verhindert den Krankheitsausbruch oder führt zumindest bei Infektionen zu einem deutlich milderen Krankheitsverlauf.

Eine wirksame Bekämpfung der Pferde-Influenza ist wegen der sehr weiten Verbreitung nur durch eine regelmäßige Impfung der gesamten Pferdepopulation (einschließlich der Absatzfohlen, der 1-2 Jährigen und der pensionierten Pferde) möglich. Um das Risiko der Seuchenverbreitung zu drosseln, ist es mittlerweile für Sportveranstaltungen und Ausstellungen von den Pferdesportvereinigungen vorgeschrieben, dass nur Pferde mit ausreichendem Impfschutz teilnehmen dürfen.

 

Nationale Bestimmungen - Pferdegrippe:
Im ersten Halbjahr 2006 (Jänner bis Juni 2006) wird, falls bei einer Pferdepasskontrolle keine Auffrischungsimpfung im 6-monatlichen Intervall vorgefunden wird, eine Verwarnung in den Pferdepass eingetragen. Sollte sich bei einer neuerlichen Kontrolle zeigen, dass keine neue Impfung gemacht und eingetragen wurde gibt es die gelbe Karte. Ab 01.07.2006 gilt dann auch in Österreich die 6-monatliche Boosterimpfung als Verpflichtung.

Internationale Bestimmungen - Pferdegrippe:
Ab 01.01.2006 gilt international: Impfungen Grundimmunisierung und Boosterimpfung in einem 6-monatlichen Intervall. Ansonsten wird laut FEI - Reglement bestraft.

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EQINE HERPESVIRUS INFEKTION

Für das Pferd konnten mittlerweile fünf verschiedene Herpesvirus-Stämme charakterisiert werden. Von großer Bedeutung sind vor allem das Equine Herpesvirus 1 (EHV 1) und das Equine Herpesvirus 4 (EHV 4).

Das EHV 1 kann Atemwegserkrankungen, Aborte, lebensschwache Fohlen und Lähmungen durch nervale Störungen mit evtl. Todesfolge verursachen, während das EHV 4 hauptsächlich Atemwegerkrankungen hervorruft. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass auch das EHV 4 in seltenen Fällen Aborte und zentralnervöse Störungen auslösen kann.
Sowohl EHV 1– wie EHV 4–Infektionen verlaufen meist klinisch nicht wahrnehmbar (inapparent). Dabei kann es zu einer zeitlich begrenzten als auch lebenslangen (persistierenden) Ansteckung kommen. Persistent infizierte Pferde gelten als Virusreservoire und bilden eine ständige Ansteckungsgefahr für andere Pferde, da sie klinisch unauffallig sind. Jederzeit kann es bei ihnen zu einer Reaktivierung der Infektion (z.B. durch Streß) kommen. Als Folge kann es neben einer Virusausscheidung zur Aktivierung der oben genannten Krankheitsbilder führen.

Durch eine konsequente Impfung [ siehe auch Impfschema ] können nichtinfizierte Pferde vor einer Erstinfektion geschützt werden. Bei persistent infizierten Pferden kann durch die Impfung eine Reaktivierung der Erkrankung sowie die Virusausscheidung weitgehend verhindert werden.

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AP Pferdepraxis - Andy PETRIC