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| Entwurmungsplan | Tips & Tricks | Parasitenbeispiele |

 

Wie alle anderen Weidetiere, werden auch Pferde von Parasiten befallen. Betroffen ist jedes Pferd, auch wenn wir momentan keine Hinweise oder Krankheitssymptome erkennen können. Am ehesten deutet noch ein scheinbar unerklärlicher Leistungsabfall auf eine parasitäre Belastung hin. Aber auch Gründe wie ein stumpfes Fell, ein aufgescheuerter Pferdeschweif, Durchfall, Koliken, Abmagerung und Anämie (Blutarmut) können Anzeichen für einen Parasitenbefall sein.

Bei der Entwurmung werden die unterschiedlichsten Mittel angewendet. Wichtig ist jedenfalls eine Methode / einen Plan bei der Bekämpfung dieser Parasiten zu haben. Ihr Haustierarzt ist Ihnen sicherlich gerne bei der Erstellung eines Entwurmungsplanes behilflich, um einen "Ist-Stand" herauszufiltern. Denn erst das Wissen um die individuelle Situation ihrer Pferde -

  • Art der Fütterung (betriebseigenes od. zugekauftes Futter ... )
  • Art der Haltung (Koppel- od. Weidegang; stundenweise, ganztägig ...)
  • Lage und Klima des Stalles (feucht, trocken ...)
  • Stallmanagement (Anzahl der Pferde, Gruppen- od. Einzelhaltung, Hygiene ...)
  • Bereits in der Vergangenheit aufgetretene Probleme mit Parasiten

und die Art der Parasiten ermöglicht die Wahl der am besten wirksamen Medikation. Es macht wenig Sinn nur die erwachsenen Würmer im Darm zu erwischen und dadurch den Larven am Boden freie Bahn zu schaffen. Das Ziel ist einerseits den Parasiten im Darm UND auch die Larven zu eliminieren, um den Zyklus zu unterbrechen [Weide (Grashalme oder Zwischenwirte) – Nahrungsaufnahme – Vermehrung im Darm des Pferdes – Ausscheidung auf der Weide].

 

 

TIP 1: Bei der Kotuntersuchung ist nur ein frischer Pferdeapfel (...einige Gramm in einen leeren Joghurtbecher ) aussagefähig, da einige Parasiten unverzüglich das Weite suchen. Eine negative Probe bedeutet nicht, dass Ihr Pferd frei von Parasiten ist (Körperwanderung bestimmter Larvenstadien).

TIP 2: Bei der Eingabe der Wurmpaste sollten Sie darauf achten, dass Ihr Pferd den Wirkstoff in der entsprechenden Dosierung aufnimmt. Wenn die Hälfte der Paste ausgespuckt wird, kann keine ausreichende Wirkung erzielt werden. Schieben Sie den Dosierer seitlich ins leere Maul (zwischen Backen und Schneidezähne) und drücken Sie die Paste so weit als möglich nach hinten. Bei schwierigen Pferden kann man einige Tage vorher mit der Eingabe von Honig "üben" und den Dosierer dann ebenfalls mit Honig überstrichen anwenden. Geduld und Fantasie sind hier gefragt !

TIP 3: 2 Tage nach der Entwurmung gehen vermehrt abgestorbene bzw. stark geschwächte Parasiten mit dem Kot ab. Man kann davon ausgehen, dass sich in einigen noch infektionsfähige Larven- bzw. Eistadien befinden. Deshalb sollten Sie in dieser Zeit den Kot besonders sorgfältig und konsequent entfernen. Gesundheitliche Probleme treten nach der Entwurmung eher selten auf (eventuelles Leistungstief für 1 - 2 Tage).

TIP 4: Neu aufgestallte Pferde sollten entwurmt werden und erst nach ca. 2 Tagen mit den anderen Pferden auf die gemeinsame Koppel gehen. Gastpferde nicht mit den hauseigenen Tieren mischen !

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TIP 5 - Zuchtstuten: Trächtige Stuten sollten bis 2 Monate vor der Geburt im Abstand von ca. 8 Wochen behandelt werden. Eine einmalige Dosis für die Mutterstute am Tag der Geburt vermindert die Belastung der Muttermilch mit Larven der Zwergfadenwürmer und verhindert so einen massiven Befall des Magen- Darmtraktes des Neugeborenen. Bis zu 70% der neugeborenen Fohlen entwickeln in der ersten Woche parasitenbedingte Magengeschwüre und in weiterer Folge starken Durchfall. Stute und Fohlen sollten alle 8 Wochen behandelt werden.

TIP 6 - Fohlen & Jährlinge: Heranwachsende Pferde sind gegenüber Parasiten besonders anfällig. Störungen wichtiger Entwicklungsphasen sind nicht wieder aufzuholen. Sie sollten deshalb in der 6.- 8.Woche und dann im Abstand von 2 Monaten entwurmt werden.

TIP 7 - Weide- & Stallmanagement:

  • Tägliches Ausmisten,
  • Regelmäßiges Säubern der Weiden von Kot (1 - 2 mal pro Woche),
  • Maximal 2 Pferde pro Hektar
  • Weidewechsel im 3 Monatsrhythmus, eventuell auch Wechsel der Beweidung mit anderen Tieren wie Schafen oder Rindern
  • Tränken regelmäßig kontrollieren
  • Fütterung von Futterbarren aus und nicht am Boden um die Verunreinigung mit Kot zu vermeiden
  • Pferde einer Herde gemeinsam und regelmäßig entwurmen

TIP 8 - Entwurmung zwei Wochen vor einer Impfung: Parasiten beeinträchtigen das Immunsystem, indem sie dem Körper wichtige Stoffe für  den Aufbau einer guten Immunabwehr entziehen. Außerdem ist das Immunsystem mit  der Bekämpfung der Parasiten beschäftigt.

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ENTWURMUNGSHÄUFIGKEIT

 

Weidehaltung mind. 4 mal pro Jahr
Stallhaltung (ausschließlich) mind. 3 mal pro Jahr
Wurmverdacht Kot- und Blutuntersuchung durchführen lassen

 

 

Zeitpunkt  Wirkungsbereich
Vor Beginn der Weideperiode
(März)
Rundwürmer 
Magendasseln
Lungenwurm
Ektoparasiten (Milben/Zecken/Läuse)
2 mal während der Weideperiode
(Juni + Sept.)
Rundwürmer
Ende der Weideperiode - Winter
(Dezember)
Bandwurm
Rundwürmer
Magendasseln
Lungenwurm
Ektoparasiten (Milben/Zecken/Läuse)

 

Ich bin Ihnen gerne bei der Erstellung eines individuellen Entwurmungsplanes behilflich, um die wirksamsten Präparate für die spezielle Situtation Ihres Pferdes zu finden.

 

PARASITEN - Beispiele Quelle: MERIAL.de

| Spulwurm | Bandwurm | Große Strongyliden | Kleine Strongyliden | Magendassel |
| Zwergfadenwurm | Magenwurm | Pfriemenschwanz | Lungenwurm | Filarien |

 

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AP Pferdepraxis - Andy PETRIC